Franz Kafka war ein tschechoslowakisch-österreichischer, deutscher Schriftsteller, der der Welt der Literatur neben vielen Erzählungen vor allem seine drei Hauptwerke Der Prozess, Das Schloss und Der Verschollene, die alle nur als Fragmente vorhanden sind, hinterließ. Die meisten seiner Werke wurden nach seinem Tod durch Max Brod veröffentlicht und zählen zum Kanon der Weltliteratur.

Die Handlung

Das Romanfragment des Prozesses eröffnet mit dem viel zitierten Satz „Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.“ und umreißt die darauffolgende Handlung des Romans sehr gut. Josef K. wird eines Verbrechens beschuldigt und versucht über das ganze Buch hinweg herauszufinden, was er denn verbrochen hat. Über etliche Gespräche mit den unterschiedlichsten Personen und verschiedene Verhandlungen erstreckt sich sein Leidensweg durch den Dschungel der Bürokratie. Dabei wird auch viel von den Gedanken, die sich Josef K. während seiner Suche nach einer Begründung seiner Anschuldigungen, macht, preisgegeben. Am Ende wird Josef K. am Vorabend seines Geburtstages hingerichtet.

Interpretation und Schreibstil

Für Kafkas Schreibstil wurde sogar ein Neologismus geschaffen, der seinen Namen trägt: kafkaesk. Die Bedeutung von kafkaesk wird mit der Tatsache der Bedrohung auf unergründliche Weise beschrieben und zieht sich durch beinahe alle Werke Kafkas. Des Weiteren wird sein Schreibstil auch mit den Adjektiven ironisch, surrealistisch und expressionistisch beschrieben.

Eine eindeutige Interpretation der Werke Kafkas ist schwierig. Die Szenen und Beschreibungen könnten in jede beliebige Richtung gedeutet werden und haben umfangreiche literarische Interpretationsversuche nach sich gezogen. So kann man den Text des Prozesses sowohl biographisch, historisch, religiös, psychoanalytisch, politisch oder soziologisch interpretieren. Das fängt bei der Vater-Sohn-Beziehung des Autors an, geht über die gesellschaftlichen Spannungen des ersten Weltkriegs und Kafkas jüdische Herkunft bis hin zu einer Kritik an der Bürokratie und den Freiheitsrechten eines jeden Menschen. Selbst homoerotische Ansätze und sadomasochistische Phantasien wurden schon in Kafkas Werke interpretiert.

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